Gerade habe ich die alljährliche Ablehnung des Antrags auf ein Arbeitsstipendium des (Berliner) Senats erhalten. Seit mindestens acht Jahren wahrscheinlich eher einem ganzen Jahrzehnt bewerbe ich mich darum, in zwei Städten und mit sechs verschiedenen Romanen. Jedes Jahr hat es sich nicht so angefühlt, als ob eine realistische Chance auf die sechs mal 2.000 Euro bestünde. Neu ist in diesem Jahr, dass ich trotz des alljährlich gleichen Rituals überrascht war, einen Brief von der Senatskanzlei im Postkasten zu finden. Ich hatte schlichtweg vergessen, dass ich mich beworben hatte. Somit bekam ich das zweitbeste Resultat, welches eine solche Bewerbung nach sich ziehen kann. Unter dem Strich bin ich zufrieden.

In solchen Momenten kann man viel über verschlossene Türen und sich selbst bestätigende Zirkel in der Literaturszene schreiben. Am Besten ist es sicherlich, es komplett sein zu lassen. Das Gute an den reichhaltigen Möglichkeiten der »schönen neuen Welt« ist schließlich, dass man an die alten Türen gar nicht mehr verstockt klopfen muss. Einem stehen alle Wege offen, die die Kreativität zu entwerfen und gestalten vermag. Man kann Taten sprechen lassen, wo vorher nur nutzloses Gerüttel an kalten Gittern blieb.
In diesem Sinne: Auf die Zukunft, sie wird wild und bunt.

Ablehnungsschreiben vom Senat

Ablehnungsschreiben vom Senat

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