Morgenröte

Wieder ein kleines Lebenszeichen von mir. Beim letzten Mal hat mein Lektor Daniele noch gehörig Lektorenzorn über mir vergossen, weil aus seiner Sicht das zweite Drittel des Buches nicht auf die nötige und wünschenswerte Weise mit dem ersten Drittel gewachsen ist. Gestern schrieb er mir nun, dass die Lektüre nach der aktuellen Überarbeitung »ein wahres Vergnügen« sei. »Überhaupt kein Vergleich zum letzten Mal.«

Er versäumte nicht anzumerken, dass ich ihn trotzdem bezahlen müsse, aber das mache ich gerne. Ich bezahle ihm für dieses tolle Arbeit ohnehin kaum mehr, als er für ein gutes italienisches Essen auf den Kopf hauen könnte. Schon öfters hatte ich deswegen ein schlechtes Gewissen, obwohl ich derzeit nicht mehr zahlen könnte, aber er sieht das als Dienst an der Literatur an und würde aktuell gar nicht mehr annehmen. Genau genommen habe ich sogar versucht, ihm mehr zu geben, aber er hat mich auflaufen.  Dankenswerterweise glaubt er an mich und das Projekt und ich weiß seinen Zorn zu schätzen. Wenn ich ihn enttäusche und er deutlich werden muss, lerne ich wahrscheinlich am meisten. Trotzdem ist es mir immer lieber, wenn er mir ein gutes Zeugnis ausstellt und es vorangeht. Da bin ich Mensch, ich denke, ich darf es sein. Dass Kellerasseln keine Insekten sondern Krebstiere sind, haben wir mittlerweile auch geklärt. Was soll da n0ch schiefgehen? 😉

Es geht also weiter auf der Zielgeraden. Die beiden letzten Teile können ins Korrektorat gehen. Hye Jin hat sich auch zurückgemeldet, sie wird sich jetzt auf die letzten Arbeiten stürzen. Es fehlen noch die Illustration des Märkischen Viertels, die Karte von Metropolis und das Cover. Ganz eventuell lasse ich von ihr noch die Hauptcharaktere zeichnen. Mal sehen.

Langsam aber sicher wird es darüber hinaus höchste Eisenbahn, mit dem Marketing weiterzukommen. Es ist nicht leicht, immer die richtigen Prioritäten zu setzen, aber eigentlich ist mir das in der letzten Zeit ganz gut gelungen. Es war richtig, sich voll auf den Text zu konzentrieren und auch den Projektplan dafür über den Haufen zu schmeißen. Vorfahrt für Qualität! Nun merke ich aber, dass es Zeit wird, die Sache einzutüten. Das Buch ist langsam reif für die Leser und ich bin reif dafür, endlich Teil 3 zu schreiben. Das Schreiben und Entwerfen dieser Welten ist mir immer die liebste Arbeit. Teil 3 wird in einer komplett anderen Welt/Stadt spielen, ich freue mich sehr darauf, sie schreibend zu entdecken. Alles wird gut!

 

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